Ein Beitrag von Volmar Bleul
Das Bad wurde im Frühjahr - Sommer 1950 (?) unter Leitung von Martin Koitzsch am Tage von uns Lehrlingen und nach Feierabend von Freiwilligen erbaut. Alles wurde von Hand mit Spitzhacke und Spaten ausgehoben. Einziges Transportmittel war eine Kipplore mit welcher der Aushub zur Halde vor dem Luftschutzbunker gebracht wurde.
Die Einweihung erfolgte wahrscheinlich Ende Juni, für diese hatten wir Lehrlinge unter Leitung von o.g. Martin Koitzsch, welcher dann auch der erste Bademeister war, im Weinböhlaer Bad ein Programm mit Transport-, Staffel-u. Reigenschwimmen geübt.

Das Bad wurde bis zur Wende gut, wenn auch nicht mehr wie in den ersten Jahren genutzt, immer gewartet und in Ordnung gehalten. Das Füllen erfolgte bis zuletzt mit dem sauberen Grundwasser aus dem Luftschutzbunker.
Mit der Wende kam das traurige Ende. Das Bad lag nun auf dem von der AEG erworbenen Grund. Einer der neuen Eigentümer zeigte bei einem Besuch in Sörnewitz kein Verständnis für ein Bad im Betriebsgelände, was für die damalige Sörnewitzer Geschäftsleitung grundgenug war schon am nächsten Tag den Boden des Beckens mit dem Preßlufthammer zu zerstören und alles mit Schutt und Erde aufzufüllen, darauf wurde Gras gesät.
Kurze Zeit später wurde die Produktion von wassergekühlten Hochstromgleichrichtern nach Sörnewitz verlegt, zu deren Prüfung wäre ein Wasservoratsbecken benötigt worden, da futsch, verwendet man heute teures Trinkwasser.
Eine Nachbemerkung von Reiner Seibt:
Eine Meisteleitung and Ideenreichtum und Voraussicht des damaligen Managements! Aber vielleicht ist es für Sörnewitz ein Trost, dass am Bautzener Stausee ein voll erschlossenes Erholungsgebiet mit Sanitärtrakts, Gaststätten, Ferienbungalows und Campingplatz dem Erdboden gleich gemacht wurde, um einen eventuellen Investor für ein dem Wunschdenken der Stadtväter entsprungenes Euro-Mamutprojekt ein gemachtes Bett zu verschaffen.
Und hier noch ein weiterer Beitrag von Volkmar Bleul:
... noch 4 Fotos vom Badbau, Namen kann ich nicht zuordnen aber man beachte die Arbeiterversorgung. Der Ältere ist wahrscheinlich der damalige BGL-Vorsitzende Herbert Gabriel. Diese Fotos und das Album zum 25.jährigen Betriebsjubiläum unsers damaligen Werkleiters Martin Rade habe ich leihweise von dessen Sohn Ludwig mit welchem ich in der Sauna sitze. Weitere Fotos folgen. Schade dass sich nicht mehr Ehemalige mit E-Mail"s melden. Die Meldung vorige Woche in der SZ:"ALCATEL-Konzern gibt Coswig auf", betraf den Rest der EWS welcher von der AEG übernommen war.
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Die 1. Lore rollt! |
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Von so einer 'Küchenfee' ließen wir uns gern verwöhnen - und Durst hatten wir immer |
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Viel Erdbewegung war notwendig, um den Aushub auf den alten Hügel zu befördern |
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Glücklicher Weise standen neben den Schubkarren noch moderne Schienenfahrzeuge zur Verfügung |
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Aber Spaß machte uns diese Abwechslung in Luft und Sonne allemal - die Sommer waren damals noch recht zuverlässig warm |
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Es ist geschafft - unte starker Anteilnahme der Belegschaft wurde das Bad mit einem Wettkampf eingeweiht |